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Weihnachtsgedanken 2005 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: christian   
Samstag, den 20. Juni 2009 um 19:50 Uhr

Weihnachtsgedanken Part II

23.12.2005 von Christian Dorner

(gelesen auf www.moosebag.net)

 

 

Zweitausendfünf…. Dezember … Freitag …. Der Drei…… undzwanzigste …. Es ist wieder soweit – der alljährliche, wiederkehrende Augenblick der inneren Stille naht mit großen Schritten und steht quasi schon breit und undurchlässig vor der Tür.

Seit Wochen riecht die Luft nach dem würzigen Duft von Parfümproben in Heften vermischt mit Weihnachtsteemischungen, die von staatlich geprüften Weihnachtsteemischungmischerexpertengehilfen in unvorstellbar großen Eisblumenstempelstaubbrikettöfen erhitzten Mammutwurzelgeflechtshalbschalen-bottichen zusammengestellt und anschließend in glitzernde und mit kleinen goldenen Sternchen und Glöckchen bedruckten Weihnachtsteemischungstüten verpackt werden und mit einem Schleifchen und kleinen goldenen Glöckchen verziert werden …. Kling-klingeling-kling-kling….

Endlich dürfen auch die älteren und ergrauten Männer ihr Haar wieder offen tragen, solange sie dabei ein zur Zeit modisch en vogue rotes Käppi mit weißen Wuschelpaspeln und einem Kugelflausch tragen. Wichtigstes Accessoire dabei ist aber der rote Crimpgürtel aus Hautunfreundlichem Hydroeinmachelastan mit angefügtem goldenen Glöckchen an der Hüfte …. Hasen müssen diese um den Hals tragen …. Kling-klingeling-kling-kling ….

Wie herrlich all die Plätzchen, Stollen, Marzipankugeln, Dominosteine, Printen, Lebkuchen, Baumkuchen, Ingwerstäbchen, Honigecken, Oblaten, Spekulatius, Butterspitzen und die immer beliebten Riebelblattspitzgeleekugeln, die den meisten bereits nach wenigen Tagen zum Halse heraushängen, offen dargereicht und überall dekoriert vor sich trocknen und dabei den oben bereits Erwähnten herrlichen Duft von Gewürzen und allerlei mit einem leicht ranzigen Butterduft aufwerten. Fast Unvorstellbar, dass diese Menge an Pannetone, die ein einzelner Mensch innerhalb einer einzigen Weihnachtssaison Essen kann, von Jahr zu Jahr eine neue Rekordmarke Aufstellen kann und doch stellt man nach dem Genuss stets aufs Neue verblüfft und überrascht fest, dass all die Herrlichkeiten eventuell spuren von Kristallzucker und Kalorien enthalten kann, die auf Grund der Zubereitung mit natürlichen und naturidentischen Stoffen natürlich möglicherweise Variiert. Trotzdem geht selbstverständlich noch ein kleiner Glühwein oder ein angetauter Frostbeulenmet mit Schuss, welcher selbstredend an einem der überfüllten und überteuerten Stände am sonst relativ uninteressanten Christkindelsmarkt Eingenommen zu werden hat. Warum nur werden jedes Jahr aufs Neue die florierenden Stände mit Naturalien in flüssiger oder mehr oder weniger festen Form durch Platzhalter mit undefinierbaren Kinderspielfiguren aus Holz (die definitiv NICHT aus der aktuellen Kinderüberraschungsserie ‚Naphtan und der Napfkuchen’ stammen) Auseinandergehalten, warum hängen einem bei einem Glühgang durch die Reihen nur immer diese von keinem Ernsthaft als Schön zu bezeichnenden an langen durchsichtigen und unreissbaren Fäden befestigten Glas- oder Messinglocken ins Gesicht und machen bei jedem Platzhalter erneut Kling-klingeling-kling-kling …..

 

Ich öffne heute wieder ein Türchen meines herrlichen Adventskalenders und erfreue mich der darin befindlichen Überraschung in Form eines in Sternform geschnittenen Alpenzeller Bergkäsestücks, welches leider bereits im Oktober Eingepackt wurde und somit zwischen den beiden Rindenstücken ein ca. fünf Millimeter breites Kernstück aus rissigem, edelschimmelfellbepacktem, herrlichen Gaumenkitzlers birgt. Derart kulinarisch Geprägt erfreut ein von den Dormerziller Dorftelefonzellenbuben interpretiertes ‚Kling Glöckchen – klingeling’ meinen Gehörgang mit seelenfreundlichen und geschätzten siebzig Dezibel. Kling-klingeling-kling-kling….

 

Ich beobachte die unglaubliche und nahezu nicht auszuhaltende Nächstenliebe, die unaufhaltsam durch den Lauf der Vorweihnachtszeit in die Herzen meiner Mitmenschen Vorgedrungen ist und die mit schnellen und grazilen Handgriffen viele gefüllte Glasbehälter, zu Schachteln geformte Papierbehältnisse und allerlei metallene Behälter in andere Behälter aus Papier, Plastik, Leder oder Anorakleinen Umschichten um diese dann lässig unter den Arm geklemmt, der Zeit der Stille angepasst, möglichst lautlos nach Woandershin getragen werden und dabei den lieblichen Klang von aneinanderschlagenden Glasbehältern erzeugen …. Kling-klingeling-kling-kling ….

Nun aber auf in den Endspurt, die Zeit ist Reif für den Gipfel, den Höhepunkt der auf der nach oben offenen Lindt-Skala der Glücksseeligkeit. Dieses Jahr werden wir für das schier endlose Warten Belohnt und bekommen das ersehnte und erhoffte Hei-Däfinischon-Tiwi, ein Fernsehen so scharf und farbenfroh, dass man meinen könnte, man sitzt mitten in der Punika Oase, trinkt dort einen Kaffee mit dem Melittamann und lässt sich dabei von den finnischen Schweizerbonbonerfindern den Rücken massieren, so scharf ist das Bild. Ein unglaubliches Erlebnis, dass die Begierde nach mehr ins unermessliche steigert und sich lediglich durch den Kauf eines auf ca. zwei mal zwei millimeter Kantenlänge geschrumpften MP3-Players mit In-Nose-Super-Bass Anschluss befriedigen lässt. Leider ist der Player gerade Ausverkauft und als Ersatzartikel wird ein formschöner Hells-Bells-behind-ear-bottom-neck Aussenohrbügelkopfhörer Angeboten zum gleichen Preis aber ohne Umtauschrecht. Dafür kann man damit die neue Huscher CD des englischen Superstars damit komplett und in vollem Umfang an die Nasenscheideinnenwand projezieren, was einen winzigen Rudi-the-red-nose-raindeer-Effekt hervorruft und alle umstehenden in vorweihnachtliche Stimmung versetzt, weshalb diese spontan eine Nikolauspolonäse veranstalten die von Hertie bis Karstadt geht. Hier muss sie leider aus Markenrechtlichen Gründen Enden, da Saturn leider die Konzessionsgebühren für 2005 nicht rechtzeitig Abgeführt hatte und somit nicht mehr genannt werden darf.

Die Zeit ist nun derart verflogen, dass Weihnachten nun quasi schon nicht mehr nur vor der Tür steht sondern bereits im Wohnzimmer auf dem besten Platz sitzt und auf die wunderbaren, selbstgebackenen Plätzchen wartet, welche wir ihm nun nicht mehr länger vorenthalten wollen, weshalb ich mit den besten Wünschen an Euch und Eure Familien schliessen will. Ich wünsche Euch Allen eine ruhige, friedliche und angenehme Weihnachtszeit, schöne Feiertage und vor allem einen guten Rutsch in ein gesundes, zufriedenes, erfolgreiches und möglichst friedliches neues Jahr……

 

Alles Gute,

Christian Dorner

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 19. Dezember 2009 um 12:38 Uhr
 

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